Zur Entstehung des Vereins Pat-Ex e.V.
Pat - Ex e. V. ist aus einer feministisch orientierten Männergruppe hervorgegangen, die 1988/89 an der FU Berlin entstand.
Zunächst standen für uns dabei folgende persönliche Fragen im Mittelpunkt:

- Wie sollten wir uns zu den "privaten" wie "politischen" Anforderungen nach
  Veränderungen verhalten, die von unseren Bekannten, Freunden und Freundinnen an
   uns gestellt wurden?
- Wohin mit unserer eigenen Unzufriedenheit über die von uns verspürten Grenzen
  männlicher Rollenklischees?
- Was für Schlußfolgerungen konnten wir als Männer aus theoretischen feministischen
  Diskussionen ziehen?
- Welche Möglichkeiten gibt es, offen für Veränderungen zu sein und gleichzeitig politisch
  handelnd zu Geschlechterkonflikten Stellung zu beziehen?
- Welche Möglichkeiten gibt es, in einem konkreten Handlungsfeld wie der Pädagogik
  emanzipatorische Veränderungen für Jungen und Mädchen, Männer und Frauen mit
  anzuschieben?

Aus der Beschäftigung mit unserer eigenen Sozialisation entstand die Lust, mit Kindern, Jugendlichen und jungen Männern entsprechend zu Leit- und Leidbildern moderner Männlichkeiten zu arbeiten. So entstand 1994 der Verein Pat-Ex e.V.
Der Name steht im übrigen für
"Patriarchat Ex" und soll etwas salopp ausdrücken, dass eine wirkliche Emanzipation für uns ohne Befreiung von patriarchaler Herrschaft nicht zu haben ist.

Unser Ziel ist, durch Entwicklung pädagogischer Methoden zur patriarchatskritischen Jungenarbeit das für andere Jungen zu ermöglichen, was für uns selbst als Erwachsene spannend war: die Auseinandersetzung mit der eigenen "Geschlechtsrolle" zu fördern, ohne "nur" Selbsttherapie zu betreiben und ohne in maskulinistische Theorie- und Aktionsformen abzugleiten.
Inzwischen beschäftigen wir uns zunehmend damit, wie Ziele feministischer Mädchenarbeit und unserer patriarchatskritischen Jungenarbeit in neuen Arbeitsformen als nur der traditionellen phasenweisen Trennung von Mädchen und Jungen erreicht werden kann.
Das ist Ausdruck unserer Annäherung an identitätskritische, "queere" Positionen
in den Diskussionen um "sex", "gender" und "Geschlecht"
Siehe dazu bei: Publikationen Forschung Methoden